29. Japanreise März 2016

Es war eine wunderbare Reise, wir haben so viel gesehen und kennengelernt auf den Fahrten nach Nagaoka, Yamanashi, Nagoya, Aichi, Osaka, Okayama, Hiroshima und Tokio, insgesamt 2300 km.

Tag 1

Wir wurden vom Flughafen abgeholt und fuhren die Strecke nach Niigata (3,5 Std) diesmal mit dem Auto, um einige Besuche zu machen. Als erstes ging es zum Naritasan Tempel. Anschließend fuhren wir zur höchsten Buddha-Statue ushiku daibutsu, mit 120 Meter sehr beeindruckend.
Dann ging es zu goshiki no minuma, in Europa unbekannt, für den asiatischen Markt die Nr. 1 für goshiki.
Er hatte 2 Becken für uns vorbereitet, auch mit gin rin goshiki! Ich hätte nie mehr geglaubt, in Japan tosai gin rin goshiki selektieren zu dürfen und dann auch noch in dieser Qualität. Die Preise waren absolut gerechtfertigt, wir werden im Süden noch ganz andere Preise kennenlernen. Wir kauften zwei Boxen und zusätzlich noch 3 herrliche nisai.

Tag 2

Yamazaki – mit dieser Familie verbindet uns seit Jahren viel mehr als nur eine Geschäftsbeziehung. Zum ersten Mal lässt er uns tosai selektieren, er hat 1000 größere und bessere tosai zwischen 16-28 cm zur Selektion für uns hergerichtet. Ich habe ihm die Abnahme von mindestens 400 Stück versprochen. Er hat die drittmeisten tosai mit ca 170.000 Stück, aber der normale zu verschickende Mix mit 8-15 cm interessiert uns nicht.
Takahashi hat wunderbare tosai beni kumonryu, hat aber seine tategoi, die in die Naturteiche gehen, noch nicht aussortiert. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, mal schaun, ob`s klappt.

Tag 3

Marudoh – Ich bitte ihn, mir ein gutes Angebot für jumbo 65-85 cm für unser neues Koihaus zu machen für 5, 10, und leichtsinnigerweise 20 Stück. Das Angebot für 20 Stück ist super gut, ich glaube, er hat nicht damit gerechnet, dass ich jetzt im Frühjahr so viel kaufe, aber wir machen das.
Miyatora san bitte ich um einen großen Gefallen – ich habe ihm letztes Frühjahr 200 Stück jumbo tosai abgekauft – er schickt uns eine Box jumbo tosai shusui und eine Box kujaku, arigato gozaimazu, vielen Dank!
Dann fahren wir 4 Stunden nach yamanashi.

Tag 4

Wir besuchen sakai, mit seiner matsunoske Blutlinie eine der ältesten und erfolgreichsten, viele Züchter haben Zuchttiere aus dieser Linie. Max darf 40 jumbo tosai mit 20 bis über 30 cm selektieren, die Preise werden schon höher. Dann geht`s zu sakuma, namentlich bekannt, aber der erste Besuch bei ihm. Seine tosai gin rin showa sind Weltklasse und mit 30-35 cm gigantisch groß. Es bedarf einer langen Unterhaltung und viel Bitten, bis Max 8 Stück selektieren darf.
Nachmittag fahren wir auf dem Weg nach Nagoya (3,5 Std) um den ganzen fujiyama herum, aber leider verhüllt er sein Haupt. Wir fahren an dem Wald Aokigahara vorbei, wo im Schatten des Fuji die meisten Selbstmorde in Japan passieren.

Tag 5

Besuch von dainichi toyota, crownfish, higashi, und Narita Koifarm, dieser ist Großhändler und kauft die besten und teuersten Koi in Japan auf.
Aber hier gilt – auch für die nächsten Tage sakai/omosako/momotaro:
Es gibt so gut wie nichts zu kaufen, es läuft bei diesen riesigen Farmen (Fabriken) fast alles über hauseigene Auktionen, wo man mit 100 Händlern, meist Asiaten bieten und sich überbieten muss. Überhaupt nicht unsere Welt!
Abends 2,5 Stunden mit dem shinkansen nach hiroshima.

Tag 6

omosako – eine beindruckende Qualität an shiro utsuri (Gott sei Dank habe ich noch 5 Stück!)
Ein Verkaufsbecken war da, hat uns überhaupt nicht gefallen und für 20 cm ca 500 Euro, never!
Sakai hiroshima, die wohl größte Koifarm in Japan, da ist am nächsten Tag Auktion, also heute auch nichts zu kaufen, tosai auf der Auktion ab 1500 Euro, wir lehnen dankend ab.
oyama hat ein osu und ein mesu von ippinja und züchtet damit koyo, aber…….
er hat insgesamt nur ca 100 Stück mit 25-30 cm, die er nicht verkauft, sondern erst im Oktober als nisai, ähnlich wie bei ippinja selbst, man hat da völlig falsche Vorstellungen. Aber wir haben für die Zukunft den Fuß drin und von ippinja bekommen wir einige nisai koyo, damit wir die erstmals unseren Kunden  direkt vom Stammzüchter anbieten können. Bei koyo muss man wissen, die kauft man nicht wegen der Zeichnung, sondern wegen ihres Gemüts.

Tag 7

momotaro – die unserer Meinung best organisierte Farm mit einer beeindruckenden Qualität. Er hat sich viel Zeit genommen uns alles zu zeigen. tosai bis 50 (!) cm im Alter von 9 Monaten, aber unbezahlbar (und nur auf Auktionen). Die zieht er in unzähligen Aufzuchtbecken mit ca 75 x 10 m bis zum Herbst auf 65-70 cm, da kommen auch nur 50 Stück rein. Er hat sogar ein Selektionsbecken mit tosai 30-40 cm für uns hergerichtet mit guten (nicht die ganz guten) go-sanke, hier hat mich Max gerettet, wir hätten um die 2000 Euro verlangen müssen und das für tosai, und eine zusätzliche Verschickung ab osaka, irgendwo hört es einfach auf!
Er zeigt uns trotzdem sein Hobby, über 30 Oldtimer, darunter ca 20 Ferrari.
Wir machen uns auf den Weg nach shinagawa, 3,5 Stunden mit dem Supershinkansen.
Viele Erfahrungen gesammelt, aber wir können auch jetzt auch alle keine kohaku, sanke, showa mehr sehen (über 90 % im Süden).
Tokio – Die Stadtbahn ist ein Erlebnis, man kann nicht umfallen, (ganz sicher etwas einmaliges!!)
shibuja – An dieser Kreuzung gehen hier bei rush hour 10.000 Leute drüber.
Eine Überraschung für Max – wir besuchen und essen im Hard Rock Cafe Tokio.
Der krönende Abschluss ist der Besuch des neuen Towers, 634 m hoch.
In 15 Sekunden geht es auf 350 m hoch. Leider ist es etwas neblig, aber Tokio bei Nacht von oben ist ein einmaliges Erlebnis. Nicht jeder traut sich auf die Glasplattform, wo es sichtbar 350 m in die Tiefe geht.

Tag 8

Wir brechen zur Heimreise auf, diesmal über Helsinki mit dem Dreamliner 787.

Fazit: Die hochwertigsten und teuersten go- sanke gehen zu über 90 % in den asiatischen Raum und die kommen zu über 90 % aus dem Süden aus den großen Farmen, die halt ihren Namen haben, wenn Sie einmal die all japan show gewonnen haben, und nur darauf legen die Käufer aus China wert. Den Einkauf, wie wir ihn kennen und lieben, das Beste aus den Abfischungen rausselektieren, das gibt es hier nicht, nur Auktionen, nicht unsere Welt!
Es war eine wunderbare Reise, wir haben so viel gesehen und kennengelernt auf den Fahrten nach Nagaoka, Yamanashi, Nagoya, Aichi, Osaka, Okayama, Hiroshima und Tokio, insgesamt 2300 km.