Auszug Newsletter Dr. Bretzinger Futter und Gesundheit

 

KoiDoc´s Sommer – Newsletter im August 2021Sehr geehrte Koi-Liebhaber,

es ist Sommer 2021 und ich möchte Ihnen heute drei Themen vorstellen:

1. Koi Gesundheit: Wie alle Jahre freuen sich Koi und ihre Besitzer, dass es endlich warm geworden ist, der Winter war ja wirklich lang. Nach einem gruseligen April mit Schneeschauern und Kälte brachte der Mai kaum Besserung, da das Wasser in den Teichen einfach nicht warm werden wollte. Die kalten nächtlichen Temperaturen ließen eine Erwärmung der Teiche in vielen Gegenden bis Ende Mai auf 15 °C kaum zu, viele Teiche blieben bis Ende Mai unter der Winterabdeckung. Mit einem Wort: Schrecklich.

Nun wurde es Anfang Juni endlich warm, gar richtig heiß und die Koiteiche kamen auf „Betriebstemperatur“. An vielen Teichen wurde dann endlich gefüttert (was das Zeug hielt) und das Ergebnis war keine vier Wochen später zu sehen: Das Resultat sind hell belegte, gereizte und teils entzündete Kiemen (siehe Foto), vor allem bei den besonders guten Fressern wie den Rassen Karashi, Chagoi, Ochiba und HiUtsuri, um einige Beispiele zu nennen.

Dies liegt – vereinfacht gesprochen – daran, dass bei gegebenem Energiegehalt des Futters vergleichsweise viel Protein gefüttert wurde, sogenanntes „Wachstumsfutter“ (Rohprotein oft um 40%). Der hohe Eiweißanteil wird mangels anderer Energiequellen zum Teil verstoffwechselt und die Abbauprodukte, Ammonium bzw. Ammoniak, werden wiederum größtenteils über die Kiemen ausgeschieden! Ammoniak reizt das Kiemenepithel und so wird aus einer, Ende Mai noch saftig dunkel kirschroten und gesunden Kieme, schon wenige Wochen später eine hellgrau belegte, gereizte und für Bakterienbefall (z.B. sog. „Columnaris – Bakterien“) empfängliche Kieme. Nebenbei wird massiv Fett im Körper eingelagert, der Koi ist krank.

Dies in Verbindung mit Haltungsstress durch Neuzugänge, Parasiten, andere Krankheitserreger oder gar schlechten hygienischen Bedingungen (Wasserqualität!) führt dann zu Verlusten der besten Fresser, der besonderen Lieblinge, die ja handzahm waren und so toll gewachsen sind. Das tut weh, besonders, wenn es vermeidbar ist.