Salzbäder

Sinn:

sinn_und_unsinn_von_salzbaedernSalzbäder werden zur Stresslinderung, Heilungsförderung oder Entwässerungshilfe für den Koi angewendet. Bei uns als Händler wird Salz genau einmal verwendet und zwar dann, wenn die Koi aus Japan kommen und das Immunsystem so ziemlich auf Null ist. Das Salzbad hilft dem Koi den Stress des langen Transports besser zu bewältigen, da der Fisch abschleimt und die Kiemen dabei freigespült werden. Ausserdem ist es gut für die Osmose des Fisches. Das Salz wird bei den Händlern nach spätestens 14 Tagen durch täglichen (!) Wasserwechsel wieder ausgespült und dem Becken entzogen. Auch in Japan werden die Verkaufsbecken, in denen die Koi nach dem Abfischen zwischengehältert werden, mit Salz behandelt. Salzbäder werden als Kurz- oder Langzeitbad in extra dafür vorbereiteten Becken durchgeführt.

 

 

 

Unsinn:

Ich möchte gleich mit einem Zitat aus dem Koi Magazin 3/2007 beginnen:
„das gibt es auch: Salz wird kilo- bis zentnerweise in den Teich gekippt, ein Blödsinn ohnegleichen!“

Ich denke, dass der Irrglaube vorherrscht, bei einem bestimmten Salzgehalt würden alle Parasiten absterben. Es soll auch Verkäufer geben, die davon überzeugt sind und diese Falschinformation an Ihre Kunden weitergeben. Das ist natürlich Unsinn! Salz hilft dem Koi vielleicht, kurzfristig ein bisschen besser mit den Parasiten zurecht zu kommen, aber das eigentliche Problem ist dadurch selbstverständlich nicht behoben. Bei scheuernden, absitzenden und nichtfressenden Koi gibt es nur eines: Mikroskopie und gezielt behandeln oder behandeln lassen! Hören Sie nicht auf unfundierte „Haushaltsmittelchen“ in diversen Foren.

Wenn Sie trotzdem auf Salz im Teich schwören, informieren Sie sich vorher über Wechsel- oder Nebenwirkungen zu anderen Arzneimitteln. Machen Sie also zum Beispiel keine Kaliumpermanganat- behandlung gegen Trichodina während des Salzbades, sonst schwimmen Ihre Fische nicht nur ohne Parasiten, sondern auch ohne Haut herum. Wo Salz allerdings oft Wunder bewirkt, beziehungsweise eigentlich die letzte Hoffnung verspricht, ist bei einer beginnenden Bauchwassersucht. Bemerkt man diese früh genug, verbessert sich die Chance, den Fisch durch eine gezielte Behandlung mit Salz und Wärme noch zu retten. Der Fisch wird dabei in ein Quarantänebecken gesetzt, dass langsam (am Besten nicht mehr als 2 Grad pro Tag) aufgeheizt und mit bis zu 0,6-0,7 % Salz angereichert wird. Kommen wir nun zur richtigen Dosierung:

Dosierung

Verwenden Sie unbedingt jodfreies Kochsalz, da Jod die Kiemen schädigen kann!

  • Dosierung Kurzbad
    15- 20 g pro Liter, 10–15 Minuten gut belüften!
  • Dosierung Langzeitbad
    0,1% bis 0,3% (also 1-3 kg / 1000 Liter)
  • Dosierung Heilbad
    0,6%-0,7% (bei großen Wunden oder beginnender Bauchwassersucht)